Die Gattung Anacamptis

Die Gattung wurde erstmals 1817 von Louis Claude Richard erwähnt.
Erst am Ende des 20. Jahrhunderts wurde aus der monotypischen Art Anacamptis pyramidalis eine Gattung mit mehreren Arten. Gut ein Drittel der Arten die vorher der Gattung Orchis zugeordnet waren werden jetzt unter Anacamptis geführt.

Der Name leitet sich vom griechischen anakampto = zurückbiegen ab und bezieht sich auf die zurückgebogenen Brakteen der Typusart Anacamptis pyramidalis.

Die Gattung kommt auf Wiesen, Kalkstein, Kreide oder auf den Dünen in Eurasien vor. Das Ausbreitungsgebiet erstreckt sich vom Mittelmeerraum bis nach Zentralasien.

//Bestimmungshilfe und Abgrenzung zu anderen Gattungen

Im Gegensatz zu einigen Arten der Gattungen Orchis und Neotinea sind die grünen Laubblätter von Anacamptis stets ungefleckt. Da die Brakteen (Tragblätter der Blüten) die Knospen der jungen Infloreszenz mitunter deutlich überragen, erübrigt sich ein Hüllblatt für die Infloreszenz.
Die Blüten hingegen variieren unter den Arten erheblichen in nahezu allen Merkmalen, wie:
Blütengröße
Knospen
Spornlänge
Farbe
Form und Anordnung Sepalen
Form und Anordnung Petalen
Form des Labellums

Weitere Abgrenzungsmerkmale von Orchis und Neotinea sind unter anderem die im Verhältnis zum Fruchtknoten längeren Brakteen und das dreigeteilte Labellum mit ungeteiltem(!) Mittellappen.

//Vorkommen in Deutschland

Die Gattung Anacamptis ist in Deutschand durch vier Arten vertreten. In Unterfranken kommen aber nur zwei Arten vor und zwar Anacamptis morio das Kleine Knabenkraut und Anacamptis pyramidalis die Pyramidenorchis.

Anacamptis coriophora | Wanzen-Knabenkraut
Anacamptis morio | Kleines Knabenkraut
Anacamptis palustris | Sumpf-Knabenkraut
Anacamptis pyramidalis | Pyramidenorchis