Cypripedium calceolus | Frauenschuh

// Blütezeit:

Mai bis Juni

// Beschreibung:

Meiner Erfahrung nach steht der Frauenschuh gerne in größeren Kolonien (sog. Horsten) mit mehreren Pflanzen. Diese “gesellige” Vorliebe macht die Vorkommen dieser ohnehin schon sehr ansehnlichen Art noch imposanter. Grund für die Horstbildung ist, dass der Frauenschuh sich nicht nur über Samen vermehrt sondern sich auch das Rhizom eigenständig weiterentwickeln kann.

Die bis zu 60 cm hohen Pflanzen lassen sich schon im Rosettenstadium gut an der deutlichen Nervatur der Blätter erkennen. Sind die im Normalfall 1-2 Blüten pro Stängel aufgeblüht, gibt es wohl keine Orchidee in Deutschland, die leichter zu bestimmen wäre.

Das gelbe Labellum ist zum namengebenden, oben geöffneten Schuh geformt. Die dunkel rotbraunen Perigonblätter erreichen eine Länge bis zu 6 cm, das Labellum eine Länge von von bis zu 4 cm; somit ergibt sich eine beeindruckende, große Blüte.

Fälschlicherweise wird häufig vermutet, C. calceolus sei eine fleischfressende Pflanze, da sich Insekten regelmässig im gelben “Schuh” verirren. C. calceolus hat allerdings ganz und gar kein Interesse daran, zum Grab der sie besuchenden Insekten zu werden. Vielmehr ist es so, dass der Frauenschuh die Insekten beim Herausklettern aus dem Schuh mit Pollen bestückt, die dann beim Besuch des nächsten “Schuhs” zur Befruchtung dienen. Dass die Krabbenspinne diese eigentlich harmlose Pollenfalle selbst für mittelgroße Hummeln zur tödlichen Falle machen kann, steht wiederum auf einem anderen Blatt.

// C. calceolus und ich:

Da gibt es gar nicht viel zu sagen. Große Vorkommen sind immer ein spektakulärer Anblick, vor deren Wirkung sich eigentlich niemand verschließen kann.

// C. calceolus 2012:

2012 habe ich nur einen Standort besucht und dort eine gesunde Population vorgefunden. Tendenziell habe ich immer das Gefühl, es würden von Jahr zu Jahr weniger Pflanzen, aber belegen kann ich diesen subjektiven Eindruck nicht.

Das Ausgraben von Pflanzen ist bei C. calceolus als größte und für viele sicher auch spektakulärste einheimische Art sicher ein Problem. Glücklicherweise konnte ich keine Spuren vorfinden, die auf solch sinnloses menschliches Verhalten hingewiesen hätten.