Gymnadenia conopsea | Mücken-Händelwurz

// Blütezeit:

Juni bis Juli

// Beschreibung:

G. conopsea schiebt im April mehrere lanzettliche, gekielte Laubblätter an (Bild). Anzahl und Größe der Blätter unterliegen bei G. conopsea auch innerhalb derselben Population einer hohen Variabilität. So kann es vorkommen, dass sich kleine, zierliche Pflanzen mit einer Höhe von nur 30 cm mit großen, imposanten Exemplaren von bis zu 100 cm Höhe mischen.

Die hell- bis dunkelrosa gefärbten Blüten stehen im Normalfall locker und allseitig am Stängel (Bild). Das dreilappige Labellum wird von bis zu 10 mm langen seitlichen Sepalen flankiert. Das mittlere Sepal und die Petalen bilden einen kleinen Helm über der Griffelsäule. Komplettiert wird die zierliche Blüte durch den bis zu 19 mm langen, dünnen, nektarführenden Sporn (Bild).

G. conopsea kann auf den ersten Blick leicht mit der anderen in Deutschland vorkommenden Gymnadenia-Art (G. odoratissima) verwechselt werden. Da G. odoratissima nicht in Unterfranken vorkommt (G. odoratissima ist vorrangig auf den Süden Deutschlands, bzw. den Alpenraum, beschränkt), tut man sich hier mit der Bestimmung sehr leicht. Dennoch möchte ich kurz auf die Hauptunterschiede zwischen den beiden Arten eingehen.

  • Im Deutschen wird G. odoratissma als “Wohlriechende Händelwurz” bezeichnet, was an dem charakteristischen, angenehmen Geruch nach Vanille liegt. Allerdings ist in Süddeutschland eine ähnlich duftende Unterart der Mücken-Händelwurz zu finden (G. conopsea ssp. odorata), weshalb man bei der Bestimmung nicht nur “der Nase nach” gehen kann.
  • Der Sporn von G. conopsea ist mit bis zu 19 mm wesentlich länger als der nur 5 mm kurze Sporn von G. odoratissima
  • G. odoratissima ist mit einer maximalen Größe von 50 mm im Schnitt wesentlich zierlicher als G. conopsea
  • Die Dreiteilung der Lippe ist bei G. odoratissima deutlich schwächer ausgeprägt: die Seitenlappen sind kaum eingeschnitten
  • Die seitlichen Sepalen stehen bei G. odoratissima in einem fast exakten 90-Grad-Winkel zu einer gedachten Vertikalachse Helm – Mitte der Labellum-Spitze

// G. conopsea und ich:

G. conopsea ist auf Grund der hohen Variabilität der Art immer interessant: rein weißblühende Pflanzen sind beispielsweise recht häufig anzutreffen. Leider konnte ich 2012 nicht viele blühende Exemplare ablichten, da ich im Frühsommer kaum noch Zeit für Streifzüge in der Natur hatte.

// G. conopsea 2012:

G. conopsea kommt quasi in allen Biotopen mit kalkhaltigen Böden vor; ob trocken oder feucht, scheint hier keine Rolle zu spielen. Aus diesem Grund trifft man G. conopsea praktisch auf allen Streifzügen in Unterfranken an, was die Wahrnehmung des Vorkommens ein wenig verzerrt. Auf Grund der späten Rosettenbildung im April und der Blüte im Zeitraum Juni bis Ende Juli hatte ich den Eindruck, als sei G. conopsea von Schäden von der großen Trockenheit verschont geblieben. So konnte ich in nahezu allen Biotopen eine gesunde Population auffinden.