Orchis anthropophora | Ohnhorn | Ohnsporn

// Blütezeit:

Mai bis Juni

// Beschreibung:

In der Regel bleibt O. anthropophora in Unterfranken ein gutes Stück kleiner als die in der Literatur verzeichnete Maximalhöhe von 40 cm. Die dementsprechend kleinen und vornehmlich grünen Pflanzen (einschließlich der Blüten) können daher leicht übersehen werden.

Der lange, schlanke Blütenstand schmückt sich mit einer Vielzahl von Blüten. Der Literatur entnimmt man, dass es bis zu 100 sein können. Die Blüte an sich besteht aus einem “Helm”, der aus allen Sepalen und Petalen gebildet wird und gelblich-grün gefärbt ist. Die Ränder der Sepalen sind darüber hinaus intensiv rotbraun gefärbt. Der “Helm” zeigt stets nach unten, so dass der obere Teil des Labellums nicht zu sehen ist.

Das Labellum selbst ist deutlich dreigeteilt, gelblich-grün und am Rand rotbraun. Die beiden Seitenlappen sind etwas zweidrittel so lang wie der Mittellappen. In ihrer gesamten Erscheinung erinnert eine Blüte an eine Puppe, die den Kopf hängen lässt – daher auch der im Volksmund verwendete Name “Puppenorchis”.

Der andere im Volksmund gebräuchliche Name, Ohnhorn oder Ohnsporn, bezieht sich darauf, dass O. anthropophora eben keinen Sporn besitzt. Dieser deutliche morphologische Unterschied zu den übrigen Orchis-Arten führte unter anderem auch dazu, dass O. anthropophora früher nicht der Gattung Orchis zugeordnet wurde, sondern die monotypische Gattung Aceras bildete.

// O. anthropophora 2013:

Am einzigen mir bekannten Standort konnte ich nur eine Pflanze finden. Allerdings muß erwähnt werden, dass in allen NSGs in Böttigheim aktuell (Ende Mai 2013) die Schafe los sind und alles, was jetzt oder demnächst blüht, gnadenlos “bewirtschaftet”/beweidet wird – und zwar schon im zweiten Jahr in Folge. Ich verstehe einfach nicht, dass man gerade bei den seltenen, frühblühenden Orchideen nicht abwarten kann, bis der Vegetationszyklus beendet ist. Auch dem Ohnsporn werden die Schafe bald den Garaus gemacht haben. Schade!